Leitfaden für das Bedrucken von Tyvek® für Medizinprodukteverpackungen

Bedrucken von Tyvek® | DuPont Medical and Pharmaceutical Protection

Die Tyvek®-Typen für die Verpackung von Medizinprodukten und Pharmazeutika können unter Verwendung handelsüblicher Drucker mit geeigneten Druckfarben bedruckt werden. Aufgrund der besonderen Anforderungen an Verpackungen für Medizinprodukte und Pharmazeutika wurden diese Tyvek®-Ausführungen weder mit einer antistatischen Beschichtung versehen noch einer Coronabehandlung unterzogen. Es sind daher bestimmte Schritte auszuführen, um optimale Druckergebnisse zu erzielen. Beim Bedrucken von Tyvek®-Verpackungen für Medizinprodukte und Pharmazeutika wird empfohlen, zunächst einen Probelauf auszuführen, bevor Sie die Druckproduktion beginnen.

Richtlinien für den Flexodruck

Für das Bedrucken der Tyvek®-Verpackungen für Medizinprodukte und Pharmazeutika wird der Flexodruck empfohlen. Die optimalen Druckergebnisse werden auf der glatten Seite der Bahn erzielt. Der Unterschied zwischen der rauen Seite („Drahtseite‟) und der glatten Seite ist gering, jedoch in der Regel fühlbar. Die direkt von DuPont gelieferten Rollen sind mit der glatten Seite nach außen gewickelt. Rollen von Herstellern steriler Verpackungen (Sterile Packaging Manufacturers, SPM) sind unter Umständen anders gewickelt. Fragen Sie sicherheitshalber bei Ihrem SPM oder Händler nach. Bei Tyvek® 2FS™ ist der Unterschied zwischen den beiden Seiten weniger leicht erkennbar, weshalb ein einfaches Verfahren entwickelt wurde, mit dem Sie die glatte Seite zuverlässig von der rauen Seite unterscheiden.

Beachten Sie die Mediengalerie zum Unterscheiden der rauen und der glatten Seite auf der Seite über die Siegeldeckel für Tiefziehblister. Hier sehen Sie ein einfaches Verfahren, mit dem Sie die glatte Seite von Tyvek® bestimmen.

Druckbedingungen für den Flexodruck

Durch die vorherige Optimierung der Druckbedingungen vermeiden Sie den Bahnverzug, eventuelle Probleme hinsichtlich der Registerhaltigkeit beim mehrfarbigen Druck, das Erweichen von Klebemitteln und das Abblättern der Druckfarben. Halten Sie die Spannung unter 1,3 N/cm über die Breite, halten Sie die Rollentemperatur auf max. 79 °C, und wickeln Sie die bedruckten Bahnen auf gekühlte Rollenkerne auf.

Druckplatten für den Flexodruck

Die Auswahl der richtigen Druckplatten ist abhängig von der Art des Druckauftrags. Arbeiten Sie im Druckereibereich gemäß den „Best Practice“-Verfahren, um beste Bedingungen zu schaffen, so dass sehr gute Ergebnisse erzielt werden können. Die Variablen beim Drucken sind die Druckplatte, das Kissen, die Druckfarbe und der Farbauftrag. Wie immer soll die Druckplatte vor dem Auftragen der Druckfarbe mit reinem Alkohol gereinigt werden, damit die Farbe optimal übertragen wird.

Für das Bedrucken von Vollfarben, Text und anderen detailreichen Bildern wird eine mittelharte Druckplatte und ein mittelfestes oder festes Kissen empfohlen. Für die Auftragswalze ist eine geeignete Rasterweite auszuwählen, mit der keine übermäßige Farbmenge auf die Platte aufgetragen wird. Beachten Sie die Richtlinien des Druckfarbenherstellers hinsichtlich Viskosität, pH-Wert und anderer Transfereigenschaften der Druckfarben, die vom Einsatzbereich und der Beständigkeit abhängig sind.

  • Digital Solvent: DuPont™ Cyrel® DSP oder Cyrel® DPL

  • Digital FAST: Cyrel® DFP oder Cyrel® DFM

  • Analog: Cyrel® NOWS oder Cyrel® EXL

Für Abbildungen mit feinem Strichraster und Punkten ist eine härtere Druckplatte mit einem weichen oder mittelfesten Kissen zu verwenden. Für die Auftragswalze ist eine geeignete Rasterweite auszuwählen, mit der keine übermäßige Farbmenge auf die Platte aufgetragen wird. Beachten Sie die Richtlinien des Druckfarbenherstellers hinsichtlich Viskosität, pH-Wert und anderer Transfereigenschaften der Druckfarben, die vom Einsatzbereich und der Beständigkeit abhängig sind.

  • Digital Solvent: Cyrel®DSP oder Cyrel® DPL

  • Digital FAST: Cyrel® DFP oder Cyrel® DFM

  • Analog: Cyrel® NOWS oder Cyrel® EXL

Druckfarben für den Flexodruck

Nicht nur die Auswahl der richtigen Druckfarben ist wichtig für das Druckverfahren, sondern auch die Prüfung, ob die Druckfarben für Einsatzbereiche geeignet sind, in denen sie möglicherweise mit dem Medizinprodukt in Kontakt kommen. Polyamiddruckfarben auf Alkoholbasis bieten im Allgemeinen die höchste Haftung und Abriebfestigkeit. Mikrokristallines Wachs als Zusatz für Polyamiddruckfarben auf Alkoholbasis vermindert die unerwünschte Verschiebung. Druckfarben auf Wasserbasis ermöglichen dagegen hochwertige Ergebnisse auf umweltfreundliche Art.

Richtlinien für den Offsetdruck

Zwar wird der Flexodruck für das Bedrucken von Tyvek®-Verpackungen für Medizinprodukte und Pharmazeutika empfohlen, doch auch mit dem Offsetdruck lässt sich eine akzeptable Druckqualität erzielen. Die optimalen Druckergebnisse werden auf der glatten Seite der Bahn erzielt, da hier die Bahnzuführung geringfügig erleichtert ist. Der Unterschied zwischen der rauen Seite („Drahtseite‟) und der glatten Seite ist gering, jedoch in der Regel fühlbar. Die direkt von DuPont gelieferten Rollen sind mit der glatten Seite nach außen gewickelt. Rollen von Herstellern steriler Verpackungen (Sterile Packaging Manufacturers, SPM) sind unter Umständen anders gewickelt. Fragen Sie bei Ihrem SPM oder Händler nach, wie die Rollen gewickelt sind. Bei Tyvek® 2FS™ ist der Unterschied zwischen den beiden Seiten weniger leicht erkennbar, weshalb ein einfaches Verfahren (siehe oben) entwickelt wurde, mit dem Sie die glatte Seite zuverlässig von der rauen Seite unterscheiden.

Gummitücher für den Offsetdruck

Die Auswahl der geeigneten Gummitücher ist abhängig davon, ob das Tyvek® beschichtet ist oder nicht. Für Tyvek® mit Klebemittelbeschichtung verwenden Sie herkömmliche, mittelharte Gummitücher. Für unbeschichtetes Tyvek® sind kompressible Gummitücher zu verwenden.

Empfehlungen für das Zusammendrücken beim Offsetdruck

Im Vergleich zum Bedrucken von Papier mit gleicher Dicke müssen Gummituch und Gummituchzylinder um weitere 0,08 mm bis 0,10 mm zusammengedrückt werden. In Kombination mit der Kompressibilität von Tyvek® gleicht dieses zusätzliche Zusammendrücken eventuelle Abweichungen bei der Tyvek®-Dicke aus.

Druckfarben für den Offsetdruck

Nicht nur die Auswahl der richtigen Druckfarben ist wichtig für das Druckverfahren, sondern auch die Prüfung, ob die Druckfarben für Einsatzbereiche geeignet sind, in denen sie wahrscheinlich mit dem Medizinprodukt in Kontakt kommen. Beachten Sie außerdem diese besonderen Empfehlungen für das Bedrucken von Tyvek®-Typen für Verpackungen von Medizinprodukten und Pharmazeutika.

  • Verwenden Sie Druckfarben mit < 3 % leichtflüchtigem Lösungsmittel, da Tyvek® aufgrund der Kohlenwasserstoff-Lösungsmittel, die in zahlreichen Offsetdruckfarben enthalten sind, aufquellen und sich verziehen kann. Mit diesen Druckfarben werden außerdem weniger flüchtige organische Verbindungen freigesetzt als bei herkömmlichen Offsetdruckfarben, so dass die Auswirkungen auf die Umwelt vermindert werden.

  • Extrastarke Farben sorgen für die kleinstmögliche Farbschichtdicke (< 0,008 mm). Damit werden der Bahnverzug und der Punktzuwachs auf ein Minimum reduziert.

  • Erzeugen Sie Farbtöne mit Deckweiß statt mit Extender, damit nur die geringstmöglichen Faserverwirbelungen entstehen.

  • Verwenden Sie so wenig Feuchtmittel wie möglich. Feuchtwerke mit herkömmlichem Wasser oder einer Alkohol-Wasser-Mischung sind geeignet. Auch Alkoholersatzstoffe liefern gute Ergebnisse. Wenn die Bilder stumpf oder blass wirken, erhöhen Sie nicht die Tintenmenge, sondern vermindern Sie die Feuchtmittelmenge im Feuchtwerk.

  • Offsetdruckfarben trocknen auf Tyvek® langsamer als auf Papier. Die Stapelhöhe soll daher 0,5 m nicht überschreiten. Zum Beschleunigen des Trockenvorgangs können Sie die Bahnen aufwickeln und ein Feuchtmittel mit einem pH-Wert zwischen 4 und 5 verwenden.

Bei Ihrem regionalen Vertreter von DuPont erhalten Sie eine Liste der Druckfarbenhersteller, die mit den besonderen Anforderungen beim Bedrucken von Tyvek®-Verpackungen für Medizinprodukte und Pharmazeutika vertraut sind.

Besondere Hinweise für Tyvek® mit Klebemittelbeschichtung

Geben Sie beim Offsetdruckfarben-Händler in jedem Fall an, ob das Tyvek® mit einem Klebemittel beschichtet ist. In diesem Fall sind spezielle Rezepturen erforderlich, damit die Druckfarben nicht auf die beschichtete Oberfläche ausbluten. Teilen Sie dem Druckfarbenhändler außerdem mit, ob der Druck auf der Klebeseite erfolgen soll, so dass die optimale Kompatibilität von Druckfarben und Beschichtung gewährleistet ist.

Drucken mit variablen Daten

Mit elektronisch gesteuerten Drucksystemen können variable Daten wie Charge, Herstellungsdatum, laufende Nummer, Produktcodes und Strichcodes ausgegeben werden. Die Tyvek®-Verpackungen für Medizinprodukte und Pharmazeutika sind mit einem Teil dieser Abläufe kompatibel.

Thermotransferdruck

Beim meistgenutzten Verfahren für das Drucken variabler Daten wird ein Band, auf dem sich pigmentiertes Wachs, Harz bzw. eine Wachs-Harz-Mischung befindet, punktuell mit Heizelementen aktiviert. Die geschmolzene Tinte wird dann auf das Substrat übertragen. Wachsbänder liefern beim Bedrucken der Tyvek®-Verpackungen für Medizinprodukte und Pharmazeutika (ohne Coronabehandlung) die besten Ergebnisse. Sollen dauerhafte Abbildungen erzielt werden, verwenden Sie eine Mischung aus 90 % Wachs und 10 % Harz. Dieses Mischband muss u. U. individuell gefertigt werden, da zahlreiche Bandhersteller nur 50/50-Mischbänder anbieten.

Auf Druckern mit 300 bis 600 dpi entstehen hervorragende Resultate beim Drucken von alphanumerischen Daten. Aufgrund der inhärenten Abweichungen bei der Dicke von Tyvek® liefert der Thermotransferdruck auf Tyvek® in der Regel eine ANSI-Strichcode-Qualität im Bereich D-C. Wenn ein Strichcode mit höherer Dichte erforderlich ist oder eine höherwertige Strichcode-Einstufung angegeben wurde, ist ein Etikett zu verwenden.

Tintenstrahldruck

Die Tyvek®-Verpackungen für Medizinprodukte und Pharmazeutika wurden schon erfolgreich mit CIJ- und DOD-Druckern (Geräte mit kontinuierlichem Tintenstrahl bzw. mit Ausgabe einzelner Tropfen) bedruckt. Hierbei sind allerdings Tinten auf Lösungsmittelbasis erforderlich, da Tyvek® aus hochdichtem Polyethylen (HDPE) besteht und daher keine Flüssigkeiten aufnimmt. Die meisten Tinten auf Wasserbasis trocknen nur langsam und verlaufen häufig auf Tyvek®, so dass ein verschwommenes Bild entsteht. Auch Ultraviolett-Tinten (UV-Tinten) und Phasenwechseltinten wurden schon genutzt, da sie nahezu sofort trocknen. In der Regel kommen Druckköpfe mit 200 bis 300 dpi zum Einsatz.

Laserdruck (elektrostatischer Druck)

Der herkömmliche Laserdruck wird für Tyvek® nicht empfohlen. Durch die hohen Temperaturen, mit denen der Toner fixiert wird, kann sich das Tyvek® verziehen und bei einem Druckmedienstau sogar schmelzen. Laserdrucker mit Kaltfixierung (Blitzfixierung) sind für Tyvek® geeignet; das Druckbild ist jedoch nicht so klar wie beim Thermotransfer- oder Tintenstrahldruck.