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Cercospora in Zuckerrüben

Cercospora beinträchtigt bei unterlassener Bekämpfung den Ertrag.

 

Cercospora hat in den letzten Jahren gegenüber Echtem Mehltau, Rost und Ramularia deutlich an Bedeutung gewonnen. Innerhalb kurzer Zeit können große Bereiche der Blattflächen befallen werden und absterben. Die fehlende Assimilationsfläche regt die Rübe zu einem Neuaustrieb an, was zu Lasten des Ertrages und des Zuckergehaltes geht. In Extremfällen können die Ertragsausfälle bei unterlassener Bekämpfung bis zu 40 % des bereinigten Zuckergehaltes betragen.

 

Je milder der Winter und je feuchtwärmer das Frühjahr, umso größer das Infektionsrisiko

Der Pilz überdauert im Boden als sclerotienartiges Mycel auf den Ernteresten des Vorjahres. Dieses Mycel ist mehr als zwei Jahre infektionsfähig. Insbesondere feuchtwarme Bedingungen im Frühjahr unterstützen die Konidienbildung und –keimung, die dann die Primärinfektion auslösen. Der günstige Temperaturbereich liegt in einer sehr großen Bandbreite zwischen 6 und 35° C, wobei das Optimum bei 25 bis 30°C bei einer relativen

Luftfeuchtigkeit über 92 % liegt. Die Infektion erfolgt in einem ähnlichen Temperaturbereich und kann bereits innerhalb weniger Stunden stattfinden. Als Feuchtigkeitslieferant reichen auch schon längere Tauphasen, wie sie häufig in Flussniederungen zu finden sind. Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Infektion bis zum Sichtbarwerden der ersten Nekrosen dauert 8 bis 14 Tage. Dann beginnt die Sporulation. Auch hier gelten Temperaturen über 25 °C und eine hohe Luftfeuchtigkeit als optimal. Die Verbreitung dieser Sporen im Bestand erfolgt über Wind und Regenspritzer, wobei das höchste Gefahrenpotenzial an warmen, trockenen Tagen nach Regen oder Taubildung gegeben ist. Die befallenen Pflanzenteile verbleiben nach der Ernte auf dem Feld und der Kreislauf kann von Neuem beginnen.

Durch Cercospora können große Bereiche der Blattflächen befallen werden und absterben.
Durch Cercospora können große Bereiche der Blattflächen befallen werden und absterben.
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Enge Fruchtfolgen und früher Reihenschluss fördern den Befall

Neben den oben genannten klimatischen Rahmenbedingungen können zahlreiche weitere Faktoren eine Infektion begünstigen. Eine Infektion kann beispielsweise von infizierten, schlecht eingearbeiteten Rübenresten des Vorjahrs wie Zuckerrübenblattreste des Nachbarschlags oder Rübenrückstände auf dem Mietenplatz ausgehen. Enge Rübenfruchtfolgen fördern ebenfalls das Infektionsrisiko. In den Jahren 2007 bis 2009 trat regional, insbesondere sehr extrem in Südbayern, ein massiver Cercospora-Befall auf. Diese Jahre waren geprägt von milden Wintern, warmen Frühjahren, frühem Reihenschluss und hohen Niederschlagsmengen von rund 200 l/m² verteilt auf 35 bis 40 Regentage in den Monaten Juni und Juli. Vor allem der frühe Reihenschluss Anfang Juni veränderte das Mikroklima im Bestand und förderte mit den stetigen Niederschlägen die Infektionen.

Bei der Sortenwahl auf Blattgesundheit achten

Eine wichtige Maßnahme zur Vorbeugung und Risikominimierung eines Befalls mit Cercospora ist die Wahl von Sorten mit hoher Blattgesundheit.  In Sortenversuchen der Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Zuckerrübenanbaues Regensburg (ARGE Regensburg) in den Jahren 2007 und 2008 zeigten tolerante Sorten bei fehlendem Fungizideinsatz gegenüber anfälligen Sorten einen um bis zu 20 dt/ha höheren bereinigter Zuckerertrag (BZE).

Aber auch blattgesunde Sorten können von Cercospora befallen werden, wenn die Witterungsbedingungen für den Pilz sehr günstig sind. Dementsprechend wird dann eine chemische Bekämpfung ab Mitte bis Ende Juli, je nach Reihenschluss und Niederschlagsverhalten auch früher (Mitte/Ende Juni) notwendig werden.

Die erste Fungizidbehandlung rechtzeitig durchführen

Für eine sichere und effektive Bekämpfung von Cercospora sind  eine rechtzeitige erste Fungizidbehandlung und dem infektionsdruck angepasste Folgespritzungen von großer Bedeutung. Zur Abschätzung des Spritzstarts sind die Bestände genau zu kontrollieren und der Befall über die Blattrupfmethode zu prüfen. Hierbei werden 100 zufällig aus dem Bestand genommene Blätter auf ihren Befall untersucht und gezählt. Die Schadschwelle orientiert sich am jeweiligen Zeitpunkt der Probenahme und beträgt beispielsweise bis zum 15. Juli 5 %  (5 befallene Blätter pro 100 Blätter).

Werden zu diesem Zeitpunkt erste befallene Blätter gefunden und wird die Schadschwelle überschritten, ist eine Fungzidbehandlung sofort durchzuführen. Der Zeitpunkt der ersten Behandlung entscheidet maßgeblich über den Erfolg der Bekämpfung insgesamt. Da die Kurativleistung der derzeit in der Zuckerrübe zugelassenen Fungizide sehr begrenzt ist, sie beträgt maximal 5 - 7 Tage, ist ein rechtzeitiger Spritzstart äußerst wichtig. Ein zu später Behandlungsstart kann durch die folgenden Maßnahmen nicht mehr korrigiert werden.

Folgespritzungen sind bei einer Cercospora-fördernder Witterung rechtzeitig zu planen. Diese  können, wie die Erfahrung insbesondere aus den Jahren 2007 und 2008 zeigt, schon nach 3 Wochen nötig werden. In den Monaten Juni bis Juli findet ein starker Blattzuwachs statt, der die Ausdünnung des Wirkstoffes in der Rübenpflanze zur Folge hat. Hohe Temperaturen und intensive Sonneneinstrahlung führen darüber hinaus zu einem beschleunigten Abbau der Wirkstoffe. Bei der Ausbringung der Fungizide ist darauf zu achten, dass die Wassermenge nicht zu knapp bemessen wird. Sie sollte idealerweise 300 bis 400 l/ha betragen, um auch untere Blattetagen zu treffen.

Harvesan® in der Zuckerrübe

DuPont empfiehlt in Zuckerrüben den Einsatz von Harvesan® gegen Cercospora. Mehltau, Ramularia und Rost werden nach unseren Erfahrungen beim Einsatz von Harvesan® ebenfalls effektiv bekämpft. Harvesan® ist eines der stärksten Fungizide gegen Blattkrankheiten bei der Zuckerrübe mit einem entscheidenden Vorteil: die Hektarkosten für den Einsatz von Harvesan® sind deutlich niedriger als der finanzielle Aufwand für vergleichbare Produkte.

Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden. Vor Verwendung stets Etikett und Produktinformation lesen. Bitte beachten Sie die Warnhinweise und -symbole in der Gebrauchsanleitung.