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Der Maiszünsler…und er zünselt immer weiter! II

Maiszünslerbefall

Für eine optimale Bekämpfung des Maiszünslers ist es wichtig, den Zeitpunkt des Falterflugs und der Eiablage in den jeweiligen Regionen zu erkennen. Dies kann mit Hilfe von im Feld aufgestellten Fallen (Licht oder spezifische Pheromone) erfolgen.

Über die Auszählung der Eigelege bzw. der primären Fraßschäden an Blättern kann der Befallsgrad ermittelt werden. Als wirtschaftliche Schadschwellen für eine direkte Bekämpfung gelten 5 (Körnermais) – 10 (Silomais) Gelege/100 Pflanzen. Ein weiterer wichtiger Hinweis für die Entscheidung zu einer Bekämpfung des Maiszünslers ist der Vorjahresbefall: bei Befall von 20 – 30 Raupen/100 Pflanzen ist wieder mit bekämpfungswürdigem Auftreten zu rechnen.

Seit 2007 führt DuPont ein Monitoring-Programm zum Auftreten des Maiszünslers in Deutschland durch. Dieses erfolgt in Zusammenarbeit mit amtlichen Dienststellen und privaten Beratern, auch aus den neuen Befallsgebieten und ist unter www.zuenslerprogno.de während der Saison nutzbar. Hier kann der Landwirt oder Berater die jeweils aktuelle Situation des Falterflugs für sein Gebiet abfragen und damit den optimalen Einsatzzeitpunkt für eine direkte Bekämpfungsmaßnahme ermitteln.

BEKÄMPFUNGSMASSNAHMEN

In den USA (dort heißt er sinnigerweise „European Corn Borer“) und den meisten anderen Maisanbauländern der Welt wird der Zünsler zuverlässig durch den Anbau von Bt-Maishybriden erfasst (Bsp. Pioneer Herculex I und Herculex XTRA). Diese Technologie steht dem deutschen Landwirt aufgrund der bestehenden Rechtslage nicht zur Verfügung.

MECHANISCH

Ein wichtiger Ansatz zur Bekämpfung liegt in der Biologie des Falters: wenn es gelingt, die zu überwinternden Raupen im unteren Stoppelbereich durch gründliches Häckseln und anschließendes Unterpflügen der Stoppel drastisch zu reduzieren, wird der Ausgangsdruck im nächsten Sommer sicher deutlich weniger, zumindest von diesem Schlag. Jedoch kann der Falter von anderen Feldern zufliegen.

BIOLOGISCH

Zu den natürlichen Feinden des Maiszünslers gehören spezifische Schlupfwespen (Trichogramma brassicae), welche die Eier des Zünslers parasitieren. Diese konnten im kommerziellen Maßstab gezüchtet werden und Verfahren zur Ausbringung wurden entwickelt. Die Verfahren sind relativ aufwändig im Einsatz (manuelle Ausbringung von parasitierten Eiern auf Tafeln oder in Stärkekugeln), müssen vorbeugend ausgebracht werden, sind teuer und die Wirkungsgrade liegen vergleichsweise oft deutlich unter denen von guten Insektiziden.

CHEMISCH / INSEKTIZIDE

Eine chemische Bekämpfung kann erfolgen, wenn die Falter im Juni/Juli in die Maisbestände fliegen, dort ihre Eier ablegen und bevor die geschlüpften Larven sich in den Stängel einbohren. Geeignete Insektizide müssen deshalb eine larvizide Wirkung aufweisen. Ihr optimaler Einsatzzeitpunkt ist zu Beginn des Larvenschlupfs. Zu diesem Zeitpunkt hat der Mais meist schon seine Streckungsphase erreicht und die Applikation erfolgt am besten mit geeigneter Applikationstechnik. Behandlungen zu früheren Stadien können zu verringerten Wirkungsgraden führen.

STEWARD®

Bis 2010 war Steward® mit dem Wirkstoff Indoxacarb das einzige für diese Indikation zugelassene Insektizid in Deutschland. Indoxacarb begründete die Wirkstoffgruppe der „Oxadiazine“ (IRAC Gruppe 22A), und weist keinerlei Kreuzresistenzen zu den sonst im Ackerbau häufig eingesetzten Wirkstoffgruppen der Pyrethroide oder Neonicotinoide auf. Steward® dringt in die Kutikula der Pflanze ein, und wirkt über Kontakt und Fraß auf die Larven des Zünslers. Steward® ist weitgehend nützlingsschonend, und kann z. B. auch auf Flächen mit Trichogramma eingesetzt werden. Steward® hat zudem eine sehr gute Wirkung gegen die Käfer des Mais-Wurzelbohrers.

 

Dr. rer. nat. Hans G. Drobny
DuPont Leiter Beratung Nordeuropa

Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden. Vor Verwendung stets Etikett und Produktinformation lesen. Bitte beachten Sie die Warnhinweise und -symbole in der Gebrauchsanleitung.