Unsere Webseite verwendet Cookies, um Ihnen einen besseren Online Service zur Verfügung zu stellen; durch die weitere Nutzung dieser Webseite akzeptieren Sie unsere Verwendung der Cookies in Übereinstimmung mit unserer Datenschutzerklärung.

Aus Gras Milch produzieren!

Für eine betriebswirtschaftlich erfolgreiche Milchproduktion ist es sinnvoll, möglichst viel Milch aus dem Grundfutter „zu melken“

Globale Veränderungen in den Agrarmärkten bewirken, dass das Grünland einen neuen Stellenwert bekommen hat. Es ist betriebswirtschaftlich sinnvoll, möglichst viel Milch aus dem Grundfutter „zu melken“. Ebenfalls wird bei der Produktion von Bioenergie immer mehr auf das Grünland zurückgegriffen.

Mit dem Aufschwung in den Agrarmärkten hat auch Grünland einen neuen Stellenwert bekommen. Während in den vergangenen 10 – 15 Jahren die Grünlandbewirtschaftung häufig nach den Vorgaben von Prämienzahlungen für Maßnahmen der Extensivierung ausgerichtet war, rückt jetzt die bestmögliche Produktion von Grünlandfutter wieder in den Vordergrund. Kein Wunder, denn die Kraftfutterpreise haben sich in kurzer Zeit nahezu verdoppelt, während die Prämien für extensive Grünlandbewirtschaftung gesenkt wurden. Nach einer Untersuchung der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft lagen knapp die Hälfte der Gewinnreserven in der Milchviehhaltung im Futterbereich. Die gilt es zu nutzen!

Hohe Grundfutterleistungen sind nur mit einem guten Grünlandbestand zu erwirtschaften, wobei sich die Leistungsfähigkeit eines Bestandes aus Ertragshöhe, Nutzungshäufigkeit, Narbendichte, Bestandszusammensetzung und Schmackhaftigkeit ergibt. Die Kunst in der Grünlandbewirtschaftung besteht darin, diese Merkmale auf der Grundlage der Standortverhältnisse harmonisch aufeinander abzustimmen und durch geeignete Maßnahmen gezielt zu lenken.

Bei der Gestaltung des Pflanzenbestandes müssen wir unser Augenmerk vor allem auf die Gräser richten, sie sollten rund 70% des Pflanzenbestandes einnehmen. Nur mit Gräsern lässt sich eine dichte Grasnarbe (wenig Schmutz) gestalten. Ferner sind Gräser schmackhaft, vielseitig nutzbar, bringen Masse und Qualität. Die Art der Gräser hängt von den jeweiligen Standortbedingungen ab: bei 4 – 5 maliger Nutzung sollten Deutsches Weidelgras und Wiesenrispe die Hauptbestandsbildner sein, während in den typischen Heuwiesen in den Mittelgebirgsregionen Wiesenschwingel und Glatthafer der Vorzug zu geben ist. Die Kleearten im Bestand fördern den Eiweißgehalt im Futter und steigern die Nutzungselastizität. Gute Kräuter fördern die Schmackhaftigkeit und tragen zur Mineralstoffversorgung bei.

Bei der Gestaltung der Grünlandnarbe geht es vor allem um die Stärkung der Grasanteile. Geeignete Maßnahmen dazu sind Über- oder Nachsaaten. Der gezielte Einsatz von mineralischem Stickstoff in Verbindung mit einer Erhöhung der Schnittfrequenz fördert Weidelgrasanteile. Oftmals ist es notwendig, vor einer Über- oder Nachsaat unerwünschte Pflanzen in der Grasnarbe durch chemische oder mechanische Maßnahmen zu entfernen, um Platz für gute Gräser zu schaffen. Bei der Bekämpfung des Stumpfblättrigen Ampfers ist vor allem auf eine nachhaltige Wirkung der Präparate zu achten.

Bei der Erzeugung von qualitativ hochwertigem Futter für die Fütterung von Hochleistungskühen spielt das Nutzungsregime, vor allem der Zeitpunkt der Nutzung im ersten Aufwuchs, eine alles überragende Rolle. Nur bei frühzeitiger Nutzung sind hohe Futterqualitäten zu erreichen, die in den Folgeaufwüchsen nicht mehr erzielt werden können. Für den ersten Aufwuchs gilt daher: „Klasse statt Masse ernten!“.

Mit dem Einsatz vom mineralischem Stickstoff sind Ertragssteigerungen möglich, ein positiver Einfluss auf die Futterqualität ist dagegen kaum zu erwarten.

Fazit:

Im Grünland stecken noch erhebliche Reserven, die es zu nutzen gilt. Mit gezielten Maßnahmen wie Düngung, Pflanzenschutz und Nachsaat können auch Sie Ihr Grünland leistungsfähiger machen, um mehr Milch aus Gras zu produzieren.

Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden. Vor Verwendung stets Etikett und Produktinformation lesen. Bitte beachten Sie die Warnhinweise und -symbole in der Gebrauchsanleitung.