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Herbizidresistenz bei Ungräsern - Ausbreitung kann man verzögern Teil I

Herbizidresistenz bei Ungräsern - Ausbreitung kann man verzögern

Herbizidresistenzen stellen Landwirte vor große Herausforderungen. Zeigten sich vor rund dreißig Jahren wenige Flächen an der Nordseeküste, die eine Minderwirkung gegen Isoproturon (IPU) und Chlortoluron (CTU) aufwiesen, sind Herbizidresistenzen heute deutschlandweit verbreitet.

Zahlreiche Wirkstoffe und mehrere Ungrasarten sind davon betroffen (siehe Tab. 1). Neben dem Ackerfuchsschwanz ist es vor allem der Windhalm, der sich zunehmend schlechter eindämmen lässt. Bei beiden Ungräsern können Resistenzen überall auftreten, wo sie auch im Ackerbau vorkommen. Allerdings sind derzeit bei weitem nicht alle Flächen betroffen. Auch innerhalb von bekannten Resistenzgebieten kann es große Unterschiede zwischen verschiedenen Flächen geben, selbst bei demselben Landwirt. Die Abbildung 1 illustriert dieses am Beispiel zweier benachbarter Eifeldörfer. Hier wurde der Ackerfuchsschwanz in sechs Feldern auf das Vorkommen von Herbizidresistenzen untersucht. Diese sechs Felder wurden von drei verschiedenen Landwirten bewirtschaftet. In drei Feldern reagiert der Ackerfuchsschwanz sensitiv auf alle getesteten Herbizide. In den anderen drei Feldern zeigen sich unterschiedlich ausgeprägte Resistenzen. Daraus lässt sich folgern, dass Resistenzen unabhängig voneinander entstehen können. Ihre Verbreitung ist prinzipiell möglich, geht aber nicht so schnell von statten, wie beispielsweise die Pyrethroid-Resistenz beim Rapsglanzkäfer.

Einschleppung vermeiden

In der Konsequenz bedeutet dies auch, dass der einzelne Landwirt durchaus in eigener Verantwortung das Risiko eines Auftretens einer Herbizidresistenz auf seinen Flächen beeinflussen und reduzieren kann. Tritt eine Herbizidresistenz auf naheliegenden Flächen auf, so sollte besonders eine Einschleppung von Unkrautsamen vermieden werden. Diese geschieht zum Beispiel durch Mähdrescher, Bodenbearbeitungsgeräte oder Saatgut. Ferner sollte durch konsequente Ungrasbekämpfung die Dichte der Ungräser soweit reduziert werden, dass eine Resistenzeinkreuzung über Pollenflug von Nachbarflächen unwahrscheinlich wird.

Welche Region ist betroffen?

Eine genaue Antwort kann noch nicht gegeben werden, da keine repräsentativen Beprobungen vorliegen. Allerdings gibt es eine Vielzahl von Verdachtsproben, weil Landwirte, die eine Minderwirkungen beobachten, diese an die Berater von Pflanzenschutzdiensten oder Industrie melden. In anschließenden Tests kann der Resistenzverdacht geprüft werden. So sind mittlerweile viele hundert Felder in Deutschland untersucht worden. Beim Ackerfuchsschwanz sind zumeist getreideselektive ACCase-Hemmer (Ralon®9 Super, Axial®5 50, Traxos®5) von Resistenz betroffen (Abb. 2). Hinzu kommen Resistenzen gegen ALS-Hemmer. Hier sind Resistenzen gegen Lexus® und Broadway*1 häufig, gegen Atlantis®2 hingegen noch relativ selten. Jedoch steigt die Anzahl der Resistenzfunde in den letzten Jahren auch für das Atlantis®2 deutlich an.

 

Lesen Sie weiter Herbizidresistenz bei Ungräsern - Ausbreitung kann man verzögern Teil II

 

 

 

 

®2 Reg. Marke der Bayer AG, Leverkusen

®5 Eingetr. Marke einer Syngenta Konzerngesellschaft

®9 Reg. Marke der Nufarm Gruppe

*1 Marke DOW AgroSciences LCC

Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden. Vor Verwendung stets Etikett und Produktinformation lesen. Bitte beachten Sie die Warnhinweise und -symbole in der Gebrauchsanleitung.