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Die Zeit drängt - Resistenzen auf dem Acker nehmen zu II 

Die Zeit drängt - Resistenzen auf dem Acker nehmen zu II

Die Zeit drängt

Resistenzen auf dem Acker nehmen zu. Dagegen muss etwas getan werden, denn die Zeit drängt. Ein vielversprechendes Projekt ist das System QWERT®17.

Über Möglichkeiten und Chancen von QWERT®17 diskutieren Dr. Thomas Uhl von DuPont, Alexander Zeller, Institut für Phytomedizin der Universität Hohenheim, Dr. Erhard Pfündel von der Firma Heinz Walz und Dr. Frank Brändle, Geschäftsführer Identxx.

Vier Köpfe – ein Ziel: Alexander Zeller, Dr. Thomas Uhl, Dr. Erhard Pfündel, Dr. Frank Brändle (v. l. n. r.) verbessern das Resistenzmanagement in der Praxis.

Verbesserung des Resistenzmanagement in der Praxis.

WELCHE VORTEILE BRINGT DENN DIE QWERT®17-MESSUNG®?

Brändle: Resistenzen können sehr plötzlich auftreten und sich auf den Schlägen der Landwirte ohne deren Verschulden etablieren. Da Ackerfuchsschwanz sich exponentiell ausbreitet, kann das schnell zu einem Riesenthema werden. QWERT®17 liefert rasche Ergebnisse. Bislang wurden entsprechende Untersuchungen erst an den Nachkommen der überlebenden Verdachtspflanzen durchgeführt. Es dauerte Wochen und Monate, bis ein Ergebnis der Probennahme der Resistenzen vorlag. Dann ist die nächste Generation Schadpflanzen schon im Boden und das Risiko von Ertragsverlusten steigt.

Pfündel: Vor allem der zeitliche Vorsprung zählt. Mit der derzeitigen Methode vergehen Monate. Das hat dem Landwirt dann bereits erhebliche Mehrkosten verursacht – durch den zusätzlichen Einsatz von Pflanzenschutz und den immensen Ertragsverlust auf dem Schlag.

Uhl: Es ist quasi ein Frühwarnsystem.

UND WAS BEDEUTET DIESER WISSENSVORSPRUNG IN DER PRAXIS?

Brändle: Eine ganze Menge: Nach acht Tagen hat der Landwirt die kompletten Informationen über Resistenzen auf dem
Acker, inkl. eines genetischen Profils. Möglicherweise hat er sogar noch Zeit, um eine Spätanwendung durchzuführen. Das Risiko eines Ertragsverlustes wird reduziert und das Problem wird nicht in die nächste Saison verschleppt. Pfündel: Der Landwirt tappt nicht mehr im Dunkeln und weiß genau, welches Mittel nun das richtige ist. Lassen Sie es mich so ausdrücken: Wir bringen Ursache und Wirkung näher zusammen.

Uhl: Das ist Pflanzenschutz mit Köpfchen und ein wichtiger Baustein in Sachen integrierter Pflanzenschutz. 

Brändle: Genau. Im besten Fall wird die Zahl der Anwendungen vermindert und die Umwelt sowie der Geldbeutel werden geschont.

KLINGT NACH WUNDERWAFFE…

Brändle: Wunderwaffe ist vielleicht etwas zugespitzt ausgedrückt, aber wir sind mit dem Messgerät in der Lage, direkt auf dem Acker herbizidresistente Pflanzen zu erkennen. Das Gerät misst, vereinfacht ausgedrückt, den Stress der Pflanze. Zeigt der Ackerfuchsschwanz trotz Mitteleinsatz keinen Stress und demzufolge keine Schwäche, ist er resistent und wird den Ertrag mindern.

Pfündel: Das System funktioniert mithilfe einer optischen Erkennung und basiert auf großen Datenmengen und einer ausgeklügelten Software.

WANN WIRD DAS SYSTEM QWERT®17 MARKTREIF SEIN?

Pfündel: Wir wollen bereits in zwei Jahren mit der Entwicklung fertig sein. In den kommenden Wochen starten wir die nächste Testphase. Im Frühjahr 2017 wird auf bundesweit mehr als 50 Testfeldern das System QWERT®17 erstmals auf dem Feld im großen Stil zum Einsatz kommen.

Zeller: Das Projekt wird von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung im Rahmen des Programms „Deutsche Innovationspartnerschaft Agrar“, kurz DIP gefördert und wir haben klare Projektziele vor Augen.

Brändle: Die auf den Testfeldern erhobenen Daten werden uns ein gutes Stück voranbringen. Das Gerät wird aktuell ständig optimiert und den praktischen Gegebenheiten vor Ort angepasst.

Pfündel: Wir wollen in den kommenden Monaten sogenannte Weed-PAM, das ist der Sensor von QWERT®17, weiterentwickeln und die Resistenz-Datenbank in die Software integrieren. Die Kamera soll am Ende anwenderfreundlich und präzise arbeiten.

SO VIEL FORTSCHRITT HAT SICHER SEINEN PREIS…

Pfündel: Wir rechnen damit, dass ein Gerät rund 29.000 Euro kosten wird.

DAS IST VIEL GELD IN ERTRAGSSCHWACHEN ZEITEN WIE DIESEN.

Brändle: Das ist richtig. Es lohnt sich aber dennoch, vor allem für große Betriebe. Denn die Ertragsverluste oder die höheren Kosten für Pflanzenschutz, die durch resistente Ungräser entstehen, sind immens. Wenn man diese Kosten durch QWERT®17 reduzieren kann, spart der Landwirt einiges. Dann haben sich die Kosten bereits binnen zwei Jahren gerechnet.

Pfündel: Zudem haben wir Agrarberater als Zielgruppe im Blick. Sie können das Gerät bei den Landwirten einsetzen und im Bedarfsfall helfen.

Uhl: Wir haben das System während der DLG-Feldtage und auf anderen Veranstaltungen vorgestellt. Die ersten Resonanzen sind äußerst positiv. Landwirte und Berater sind an diesem neuen und wichtigen Werkzeug zur Detektion resistenter Unkräuter sehr interessiert. Spätestens mit dem erfolgreichen Abschluss der ersten Testphase in den kommenden Monaten wissen wir mehr. QWERT®17 hat das Potenzial, die Diagnose und die Bekämpfung von resistenten Ungräsern fundamental zu wandeln.

 

®17 Warenzeichen Identxx GmbH 

Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden. Vor Verwendung stets Etikett und Produktinformation lesen. Bitte beachten Sie die Warnhinweise und -symbole in der Gebrauchsanleitung.