Langzeittest von DuPont™Nomex®

Mit der Einweihung der RAGTAL (Regionale Atemschutz Geräte Träger Ausbildungsanlage) Luxemburg im Jahr 2009 fiel der Startschuss für einen Langzeittest von Feuerwehrschutzkleidung aus Nomex®. Nach zwei Jahren liegen nun die ersten Ergebnisse vor.

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opening of RAGTAL

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Im Trainingszentrum RAGTAL (Regionale Atemschutz-Geräte-Träger-Ausbildungsanlage) in Luxemburg werden Feuerwehrleute aus ganz Europa in einer holzbeheizten Wärmegewöhnungsanlage und der Flashover-Unit ausgebildet. Das Programm erstreckt sich vom taktischen Innenangriff und Einsätzen unter erschwerten Bedingungen bei Nullsicht bis hin zur Wärmebildkamera-Ausbildung und der Notfallrettung aus Extremsituationen bis hin zum Einsatz von Wärmebildkameras für das Auffinden von Menschen und Brandherden.

Bei einer Teilnehmerzahl von cirka 1000 Einsatzkräften pro Jahr sind für jeden Ausbilder des Combat Fire Behavior (CFB)Trainingsteams die körperlichen Belastungen sehr hoch. Eine Voraussetzung für die Sicherheit bei den Übungen ist die Leistungsfähigkeit der im Brandcontainer getragenen Schutzkleidung. Im Fokus stehen 50 Jacken und Hosen der Hersteller Consultiv, S-Gard, Texport, Viking und Vorndamme.  Die nach EN 469 zertifizierten Anzüge sind dreilagig aufgebaut, verfügen über eine Außenhülle aus Nomex® Tough, eine Membran und ein Innenfutter aus Nomex® und werden von den RAGTAL Fire Trainern während der praktischen Übungen getragen.

Vier Flashover Trainings am Tag

Über 1200 Feuerwehraktive wurden im Jahr 2010 in über 60 unterschiedlichen Übungsszenarien geschult, zum Beispiel der Wärme- und Rauchgasgewöhnung, Gastanklöscheinsatz oder einem Flashover im mit Holz befeuerten Container. Bei den Übungen werden die Schutzanzüge mechanisch hoch beansprucht, stark angeschmutzt und pro Übungstag und Trainer bis zu vier Mal der extremen Hitzebeaufschlagung ausgesetzt, die sich bei der Durchzündung im Flashover Container ergibt.

Dokumentiertes Wartungsprogramm

Aufgrund der intensiven Beanspruchung wird jeder Anzug bereits nach einem Übungstag einem fünfstufigen Pflegeprogramm unterzogen. Auf die Vorwäsche mit kaltem Wasser zum Lösen der groben Schmutzpartikel folgt die Wäsche bei 60 Grad Celsius.

Dann werden die Jacken und Hosen auf links gewendet, zum Vortrocknen bei Raumtemperatur aufgehängt und im Trockner endgültig getrocknet. Abschließend erfolgt die Sichtkontrolle innen und außen inklusive intensiver Prüfung der Membrane.

Alle Pflegeschritte und Ergebnisse sind in einem Protokoll festgehalten. Außerdem werden die Eindrücke der Trainer im Hinblick auf den Tragekomfort der Anzüge und praxisrelevante Details notiert. Diese Ergebnisse fließen in die Designverbesserungen der Hersteller ein.

Nach 80 Belastungs- und 20 Waschzyklen top in Schuss

Die Schutzanzüge aus Nomex® sind mittlerweile zwei Jahre in Gebrauch und haben 80 Flashover im Container sowie 20 Wäschen hinter sich. Der RAGTAL Fire Trainer Bernd Schmeltzle fasst das Ergebnis zusammen: „Trotz der intensiven Beanspruchung in rauer Umgebung sind alle 50 Schutzanzüge innen und außen „top in Schuss“.“

Die Optik der Jacken und Hosen in „Dark Red“ hat sich im Vergleich zum Originalzustand kaum verändert. Die Reflexstreifen, Reißverschlüsse und Nähte sowie die Membranen machen nach 24 Monaten immer noch einen „frischen“ Eindruck. An der Außenhülle ist kein Pilling festzustellen. Lediglich bei einem Anzugmodell wurde in einem bestimmten Bereich ein minimaler Abrieb festgestellt, was auf die Konstruktion zurückzuführen war. Inzwischen wurde das Design modifiziert.

„Wir geben unsere Eindrücke und Erfahrungen an die Hersteller weiter, die auf dieser Basis ihre Schutzanzüge überarbeiten“, erläutert RAGTAL Fire Trainer Bernd Schmeltzle die Kooperation mit den Konfektionären.

Persönliche Präferenzen bei Detaillösungen

In Bezug auf den Tragekomfort erweisen sich alle Anzugdesigns als ebenbürtig, auch wenn es in Bezug auf das eine oder andere Ausstattungsdetail persönliche Präferenzen unter den RAGTAL Fire Trainern gibt.

So bevorzugt der eine die weite Hosenbeinbreite mit Klettverschluss, weil man da auch mit angezogenem Stiefel problemlos einsteigen kann. Ein anderer schwärmt von den breiter geschnittenen Kniepolstern, da diese beim Knien und im Kriechgang eine größere Schutzzone bieten.  Ebenso auf persönliche Vorlieben stoßen die verschiedenen Verstellmechanismen zur Regulierung der Hosenträgerlänge, bei denen unterschiedliche Metallverschlüsse, hitzebeständige Plastikklipse und Gummizüge verarbeitet wurden.

Bernd Schmeltzle fast zusammen: „Die fünf Systeme zeigen, wie dieselbe Aufgabe auf verschiedene Art überzeugend gelöst werden kann, wobei jedes Design seine individuellen Stärken hat.“ So lässt sich zum Beispiel beim Befestigungssystem mit Fingereingriff die Trägerlänge mit einem Zug verstellen, während bei der Lösung mit Metallclip und Dorn die Befestigungsposition des Hosenträgers am Bund variiert werden kann.

Flamm- und Hitzeschutz auch nach 10 Jahren voll gegeben

Dass Nomex® Anzüge auch über einen langen Zeitraum hinweg nichts von ihrer Schutzwirkung eingebüsst haben, zeigen Beflammungstests an Anzügen, die teilweise bis zu zehn Jahren oder länger getragenen wurden. Die acht Sekunden dauernde Intensivbeflammung am Thermo-Man® ergibt stets das gleiche Ergebnis: Der Flamm- und Hitzeschutz der intensiv getragenen Nomex® Schutzkleidung steht demjenigen im Originalzustand in nichts nach.

„Es ist gut zu wissen, dass wir uns auch nach vielen Einsatz- und Waschzyklen auf den Flamm- und Hitzeschutz unserer Nomex® Anzüge verlassen können“, stellt Bernd Schmeltzle fest, der mit seinen Fire Trainerkollegen den Langzeittragetest fortführen wird.