Sicherheit hat Vorrang

Bei Heraeus Quarzglas steht Arbeitssicherheit an erster Stelle . Neben sicheren Verfahren und Schutzkleidung aus DuPont™ Nomex® Fasern legt das Unternehmen großen Wert darauf, das Bewusstsein seiner Mitarbeiter für die Bedeutung sicherer Arbeitspraktiken zu schärfen. Ein kurzer Blick auf das Sicherheitstraining zeigt, wie dies mit einfachen Mitteln erreicht werden kann.

Als einer der weltweit größten Hersteller von Quarzglas entwickelt, produziert und verarbeitet Heraeus Quarzglas High-Tech-Produkte für Anwendungen in der Solar- und Halbleiter- und Telekommunikationsindustrie. Die meisten Produktionsprozesse sind sehr heiß und erfordern Betriebstemperaturen von bis zu 2.600 Grad Celsius. Daher müssen auch die technischen Sicherheitsvorkehrungen extrem sein. Die meisten Prozesse sind vollständig automatisiert. Warnschilder erinnern die Arbeiter an das Gefahrenrisiko. Auf Informationstafeln wird auf das richtige Verhalten hingewiesen. Zudem tragen die Mitarbeiter Schutzanzüge aus DuPont™Nomex®. Dennoch sind es letztlich die Arbeiter selbst, die mit ihrem verantwortungsvollen Verhalten den größten Beitrag zu ihrer Sicherheit leisten. Gesundheit und Sicherheit sind daher zentrale Bestandteile der Ausbildungsprogramme des Unternehmens mit besonderem Augenmerk auf drei Bereiche: Schärfen des Bewusstseins für potenzielle Gefahren, Verständnis für die Bedeutung von Schutzausrüstung und Vermittlung von Präventionsverhalten.

Steakbraten, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen
Gerade junge, unerfahrene Menschen sind besonders gefährdet, Fehler zu begehen. Daher wird gleich zu Ausbildungsbeginn auf die Gefahren hingewiesen, die von heißem Glas ausgehen. Das Unternehmen sorgt dabei für realitätsnahe Erfahrungen und visuelle Eindrücke, die weit wirkungsvoller sind als nur Worte. So wird beispielsweise ein rohes Steak auf einen Tisch und dann ein heißes Glasrohr auf das Steak gelegt. Sobald das heiße Glas das Fleisch berührt, verdampft das Wasser im Steak und das Fleisch beginnt zu zischen und zu schrumpfen. Dies zeigt, was mit der menschlichen Haut passieren kann und hinterlässt einen bleibenden Eindruck bei den Auszubildenden. Damit wird ihr Bewusstsein für die Bedeutung von Schutzkleidung an Stelle von Baumwoll-T-Shirts und Hosen geschärft.

Die gleiche PSA wie die Facharbeiter

Alle Auszubildenden erhalten die gleiche persönliche Schutzausrüstung (PSA), wie sie auch in den heißen Bereichen der Glasherstellung getragen wird. Seit nunmehr 12 Jahren verwendet das Unternehmen Schutzanzüge aus Nomex®, die vom Schutzbekleidungs-Spezialisten ROFA gefertigt und über die Werner Reitz GmbH vertrieben werden. Die Anzüge bieten sehr hohen Schutz vor Hitze und Flammen und sind zugleich wesentlich leichter als Bekleidung aus flammbeständiger Baumwolle. Im Tragekomfort sind sie mit normaler Arbeitsbekleidung vergleichbar. Dank der guten Bewegungsfreiheit sind sie bestens geeignet für manuelle Tätigkeiten und die feinmotorischen Arbeiten, die beim Glasblasen erforderlich sind. Ein weiterer Vorteil leichter Schutzkleidung liegt in ihrem höheren Tragekomfort, der nicht nur das persönliche Wohlbefinden fördert, sondern auch volle Konzentration auf die eigentliche Tätigkeit ermöglicht. All dies trägt dazu bei, dass seit der Einführung von Nomex® Anzügen ein Rückgang der Arbeitsunfälle bei Heraeus Quarzglas verzeichnet werden konnte. Auch ein weiterer Motivationsfaktor sollte nicht vergessen werden: wenn die Auszubildenden ganz wie die Facharbeiter Schutzkleidung tragen, fühlen sie sich genauso wichtig für das Unternehmen wie ihre älteren Kollegen.

Wie funktioniert Schutzkleidung?
Bei der Ausgabe der Schutzkleidung erhalten die Auszubildenden eine Einführung in ihre Funktionsweise und eine Erläuterung, welchen Schutz sie bieten kann. Die extrem hohen Temperaturen bei der Glasverarbeitung schließen die Verwendung normaler Arbeitskleidung aus Polyester oder Baumwolle aus, da diese bei Kontakt mit heißem oder flüssigem Glas sofort in Flammen aufgehen oder in die Haut einbrennen würde. Im Gegensatz dazu sind die Schutzanzüge aus Nomex®, die im Unternehmen getragen werden, selbst bei großer Hitze noch flammbeständig und schmelzen nicht. Bei starker Hitzefaser blähen sich die Nomex® Fasern auf, so dass im Gewebe Lufttaschen entstehen, die die Isolationsbarriere zwischen der Hitzequelle und der Haut vergrößern. Dies trägt dazu bei, Verbrennungen der Haut zu verhindern. Je besser die Auszubildenden diese wichtigen Punkte verstehen, desto höher wird auch ihr Bewusstsein für die Bedeutung von PSA und die Notwendigkeit eines ordnungsgemäßen Tragens sein.

Die Grenzen von Schutzkleidung
Um die falsche Verwendung ihrer Schutzkleidung zu vermeiden, müssen die Auszubildenden allerdings auch darauf hingewiesen werden, dass selbst die beste PSA ihre Grenzen hat. Die Träger sollten immer im Gedächtnis behalten, dass PSA zwar im Notfall für eine gewisse Zeitspanne Schutz bietet, diese Schutzwirkung aber nicht unbegrenzt anhält. Daher ist es wichtig, nicht nur das Aufbrechverhalten von Schutzkleidung zu thematisieren, sondern auch den Grad der Hitzeisolierung, den sie geben kann.

Beflammungstest mit DuPont™ Thermo-Man®
Der Thermo-Man® Test gibt Aufschluss darüber, ob Schutzkleidung dem Kontakt mit Flammen standhält, wie hoch die Hitze ist, die durch die Kleidung hindurch auf die Haut geleitet wird, die Qualität der Bekleidung sowie über die Folgen, die dies für den Träger bedeuten kann. Ein derartiger Test wurde auch mit den Nomex® Schutzanzügen durchgeführt, die bei Heraeus Quarzglas verwendet werden; er ergab, dass die Außenlage des Anzugs bei Exposition gegenüber Flammen nicht aufbricht, während Bekleidung aus Baumwolle vollständig verbrennen würde. Dies bedeutet, dass der aus Nomex® gefertigte Anzug die Haut besser vor den Folgen einer direkten Exposition gegenüber Flammen schützt.