Fragen & Antworten Feuerwehrausrüstung

Was ist TPP?

Antwort:
TPP steht für Thermal Protection Performance Test. Der TPP-Wert eines Materials oder einer Materialkombination ist ein Maß für die thermischen Isolationseigenschaften gegen die Hitze eines Feuers. Bei der Bestimmung des TPP-Werts besteht die Wärmequelle aus Strahlungs- und  Konvektionswärme. Der Wärmestrom beträgt 84 kW/cm2 (2 cal/cm2-sec). Die Beflammung erfolgt von außen auf eine 10,5 x 10,5 cm große Fläche des Materials oder der Materialkombination. Dann wird die Zeit gemessen, bis das Kalorimeter auf der Geweberückseite eine Verbrennung zweiten Grades anzeigt. Diese Zeitspanne (in Sekunden), multipliziert mit dem Wärmestrom, ergibt den TPP-Wert. Je höher der TPP-Wert eines Materials oder einer Materialkombination sind, desto höher ist ihre thermische Isolationsleistung für den Träger der Schutzkleidung.

Was bedeutet thermische Schadenstoleranz?

Antwort:
Die thermische Schadenstoleranz ist eine qualitative Bewertung der Stabilität eines Materials nach Flammeneinwirkung. Wie verhält sich ein Material bei Beflammung - bricht es auf, bildet es eine harte Kohleschicht oder bleibt es flexibel? Material aus Nomex® Fasern bildet unter Flammeneinwirkung eine flexible Kohleschicht. Beim Abkühlen wird die Kohleschicht hart. Materialien mit einem hohen Anteil an Kevlar® Fasern bleiben nach Flammeneinwirkung flexibel. Kevlar® besitzt jedoch eine höhere Wärmeübertragung, so dass die Wärme vom Material nicht absorbiert wird, sondern das Material durchdringt.

Worin besteht der Unterschied zwischen vom Hersteller gefärbten und stückgefärbten Materialien?

Antwort: Vom Hersteller gefärbte Fasern werden während der Faserfertigung gefärbt, wohingegen die stückgefärbten Materialien erst gefärbt werden, nachdem sie gewoben wurden. Vom Hersteller gefärbte Fasern weisen in der Regel bei Licht- und Hitzeeinwirkung eine bessere Farbbeständigkeit auf. Bei stückgefärbten Produkten hingegen gibt es eine größere Auswahl an Farbtönen.

Kann DuPont Prüfungen nach den Normen EN469 oder EN ISO11612 durchführen?

Antwort: Das European Technical Centre in Meyrin in der Schweiz ist für fast alle in diesen Normen beschriebenen Prüfungen akkreditiert.

Simuliert der DuPont™Thermo-Man® Test reale Bedingungen?

Antwort: Der Thermo-Man® ist eine der modernsten Prüfeinrichtungen für Hitzeschutzkleidung. Mit ihm können Szenarien simuliert werden, denen Feuerwehrleute nur selten ausgesetzt sind. Der Thermo-Man unterstützt Hersteller von Schutzkleidung und Webereien bei der Entwicklung noch besserer Materialien.

Ist der DuPont™Thermo-Man® Test eine objektive Prüfung?

Antwort: Ja. DuPont hat eine Testpuppe konstruiert und entwickelt, die ursprünglich für die US-Regierung vorgesehen war und nun Hersteller dabei unterstützt, noch bessere Schutzkleidung zu entwickeln. Als wissenschaftsbasiertes Unternehmen hat DuPont schon immer strengste wissenschaftliche Maßstäbe bei der Durchführung dieses Tests angelegt. Am DuPont™Thermo-Man® können Prüfungen nach den Anforderungen der Norm EN-469:2005, Ziffer 6.15 und bei Bedarf auch Prüfungen nach ISO-13506:2008 durchgeführt werden. ISO 13506 ist eine optionale Prüfung im Rahmen der EN ISO 11612.

Warum gibt es so große Unterschiede zwischen den Ergebnissen der verschiedenen Beflammungstests an Testpuppen?

Antwort: Prüfungen mit Testpuppen können aus mehreren Gründen unterschiedlich ausfallen. Einige Gründe sind möglicherweise: die Konfektionsgröße (kleinere Größen sitzen enger am Körper, was zu einem höheren Verbrennungsgrad führt), die Verwendung unterschiedlicher Software zur Auswertung der Testergebnisse, Kalibrierung und Sensortypen etc. DuPont arbeitet mit den Kunden zusammen, um ihnen die Analyse der Testergebnisse zu erleichtern.

Warum verwendet DuPont eine Mischung aus Nomex® und anderen Fasern für Außengewebe?

Antwort: Für Außengewebe von Einsatzkleidung verwenden die Hersteller gerne Nomex®, eine Meta-Aramidfaser, zusammen mit einem geringeren Anteil an Kevlar®, eine Para-Aramidfaser, die dazu beiträgt, die Zugfestigkeit des Gewebes zu erhöhen. Grundsätzlich besitzen Gewebe mit einem höheren Anteil an Para-Aramidfasern eine höhere Wärmeübertragung, eine geringere Lebensdauer, eine höhere UV-Empfindlichkeit und eine niedrigere Waschbeständigkeit, was zu höheren Reparatur- und Austauschkosten führen kann.

Warum werden für die einzelnen Regionen unterschiedliche Gewebe und Fasermischungen für Außengewebe produziert?

Antwort: Die Normen und Prüf- bzw. Bewertungsmethoden sind von Land zu Land anders. Häufig richten sie sich nach den jeweiligen Techniken und Methoden der Brandbekämpfung und berücksichtigen auch die typische Konstruktionsweise von Gebäuden. In Ländern, in denen überwiegend mit Holz gebaut wird, breiten sich Brände normalerweise schneller aus und Feuerwehrleute müssen sich daher sehr schnell in brennende Gebäude begeben, um Leben zu retten. Dies kann Schutzkleidung mit einer höheren mechanischen Festigkeit erfordern. In Gebäuden aus Stein dagegen breiten sich Brände langsamer aus und die Feuerwehrleute können alternative Methoden zur Brandbekämpfung einsetzen. Aus diesem Grund sind die Anforderungen an die Schutzkleidung anders. Bekleidungshersteller und die gesamte Wertschöpfungskette stellen sich durch die Entwicklung der entsprechenden Materialien auf lokale Normen und Anforderungen der Feuerwehren ein.

Was ist die richtige Fasermischung aus Nomex® und Kevlar®?

Antwort: Grundsätzlich besitzt Material mit einem höheren Anteil an Para-Aramidfasern eine höhere Wärmeübertragung, eine geringere Lebensdauer, eine höhere UV-Empfindlichkeit und eine niedrigere Waschbeständigkeit.

Welche Rolle spielt das Außengewebe beim Schutz vor Hitzestress?

Antwort: Bei mehrlagiger Schutzkleidung kommt dem Außengewebe eine doppelte Funktion zu: Bei äußerer Einwirkung von Hitze und Feuer bildet es die erste Verteidigungslinie. Zugleich muss das Außengewebe eine hohe Durchlässigkeit besitzen, um als eine Art Membran eine bessere Luftzirkulation und Ableitung der Körperwärme zu ermöglichen. Ein gutes, leichtes Außengewebe verringert das Risiko von Hitzestress.