DuPont Leitfaden für die Risikoanalyse

Schritt für Schritt zur Auswahl der geeigneten Chemikalienschutzkleidung

Eine sorgfältige Risikoanalyse ist Grundvoraussetzung für die Auswahl sicherer, komfortabler und geeigneter Chemikalienschutzkleidung für Arbeiter in der Industrie. Um Ihnen die Schutzanzugwahl zu erleichtern, empfehlen wir, im Rahmen der Risikoanalyse die folgenden Schritte nach und nach abzuarbeiten.

Schritt 1: Identifikation des Gefahrstoffs

Um welchen Gefahrstoff handelt es sich? Ist er gasförmig, flüssig, dampfförmig oder fest? Kann der Gefahrstoff seinen Aggregatzustand ändern (z. B. von flüssig nach dampfförmig)? Wie hoch sind die Konzentration, Luftfeuchtigkeit und Temperatur? Gibt es zusätzliche Gefährdungen, z. B. durch Hitze, Flammen, Explosionen, Strahlung, elektrostatische Aufladung, biologische Substanzen oder scharfe oder raue Oberflächen? Gibt es besondere Anforderungen an die Sichtbarkeit oder Mobilität?

Schritt 2: Definition der Mindestschutzanforderungen

Das Zertifikat eines Chemikalienschutzanzugs der Kategorie III für einen bestimmten Schutztyp weist dem Anzug eine Dichtigkeit gegen eine bestimmte Expositionsart (Gas, Flüssigkeit oder Staub) zu. Das bedeutet jedoch nicht, dass der Schutzanzug gegen diese Art der Exposition auch hundertprozentig dicht sein muss. Erst ein Blick auf die im Einzelnen erzielten Testergebnisse erlaubt Rückschlüsse auf die tatsächliche Barriereleistung und Dichtigkeit des Anzugs.

Schritt 3: Bewertung der Toxizität des Gefahrstoffs

Kenntnis der Toxizität oder der Folgen einer langzeitigen Exposition gegenüber dem Gefahrstoff ist unerlässlich. Fragen Sie sich, ob ein Anzug, der gerade die Anforderungen eines bestimmten Typs erfüllt, wirklich ausreichenden Schutz bietet. So bietet ein Anzug, der einem höheren Schutztyp, z. B. Typ 3 oder 4, entspricht, möglicherweise eine viel geringere nach innen gerichtete Leckage, vor allem, wenn er zusätzlich abgeklebt wird. Er bietet damit eine viel höhere Barriere als einige Typ 5 Anzüge, die vielleicht gerade die Mindestanforderungen des Schutztyps erfüllen.

Schritt 4: Bestimmung der Leistungsanforderungen an Material und Nähte

Beachten Sie, dass Penetrations-Tests mit flüssigen Chemikalien lediglich 60 Sekunden dauern. Um zu bewerten, ob ein Material den Träger auch bei längerer Expositionsdauer schützt, überprüfen Sie die Permeationsdaten. Permeation ist ein Vorgang, bei dem eine flüssige, dampf- oder gasförmige Chemikalie das Schutzkleidungsmaterial auf molekularer Ebene (durch die Poren) durchdringt. Sie muss nicht zwingend sichtbare Spuren hinterlassen. Die übliche Testdauer beträgt 8 Stunden. Hinweis: Der DuPont Permeation Guide enthält eine ausführliche Erklärung und Beispiele für Permeationsdaten.

Nach der Bestimmung der Barriereleistung des Materials, stellen Sie sicher, dass auch die Nähte entsprechenden Tests unterzogen wurden und dieselbe Barriereleistung wie das Material bieten.

Schritt 5: Bestimmung der mechanischen Leistungsanforderungen

Die mechanischen Eigenschaften des Materials und der Nähte lassen Rückschlüsse auf die Schutzwirkung zu. Je nach Einsatzgebiet können einige Eigenschaften wichtiger sein als andere. Eine hohe Barriereleistung ist nur dann effizient, wenn sie den Arbeitsbedingungen standhält und für die gesamte Dauer der Tätigkeit intakt bleibt. Zudem ist die Wahl der richtigen Größe ausschlaggebend, damit die gewünschte Schutzwirkung erreicht wird. Stellen Sie daher sicher, dass die erforderlichen Größen verfügbar sind und Anzüge weder zu klein noch zu groß sind.

Schritt 6: Überlegungen zum Tragekomfort

Ebenso wichtig wie die Schutzwirkung ist der Tragekomfort eines Schutzanzugs. Neben der angemessenen Schutzwirkung und den mechanischen Eigenschaften kann ein hoher Tragekomfort zum korrekten Einsatz eines Schutzanzugs  und damit zur Zufriedenheit und Produktivität des Trägers beitragen. Dazu gehören Tragetests zufolge eine hohe Bewegungsfreiheit beim Bücken/Strecken, geringes Gewicht, ein angenehmes Gefühl auf der Haut sowie Luft- und Wasserdampfdurchlässigkeit der Schutzkleidung. Anzüge, die sowohl luft- als auch wasserdampfdurchlässig sind, besitzen zwar einen höheren Tragekomfort, bieten aber auch eine niedrigere Partikel- oder Chemikalienbarriere als völlig undurchlässige nicht-atmungsaktive Materialien.

Schritt 7: Lieferantenauswahl

Schutz, Gebrauchseigenschaften und Tragekomfort sind Schlüsselkriterien, genau wie die Reputation eines Herstellers für gleichbleibend hohe Qualität. DuPont ist nach ISO 9001 und ISO 14001 zertifiziert, und die Produktion unserer Schutzanzüge und Materialien unterliegt strengsten statistischen Qualitätskontrollen, die weit über die Minimalanforderungen hinausgehen.

Schritt 8: Informieren Sie sich über die korrekte Verwendung des Produkts

Die Einsatzeinschränkungen können wertvolle Hinweise auf die korrekte Verwendung eines Produkts geben. Sie können zudem wichtige Fragestellungen aufwerfen, z. B. ob zusätzliches Abkleben erforderlich ist, ob Anforderungen bezüglich Erdung bestehen, wie die Barriereleistung unter hohen Temperaturen ist oder ob eine spezielle Reihenfolge beim Ausziehen zu beachten ist, die eine Schulung erfordert, um Kontaminationen zu vermeiden.

Schritt 9: Tragetest

Nachdem Sie sich für ein Produkt entschieden haben, empfiehlt es sich, den Schutzanzug im Einsatz zu testen. Tragetests sind ein wichtiger Bestandteil des Auswahlprozesses. DuPont bietet dafür ein spezielles Testprogramm – testen Sie uns!

Weitere Schritte: Maßgeschneiderte Analyse und Tests

DuPont bietet vielfältige Unterstützung bei der Risikoanalyse und Schutzkleidungsauswahl, Unterstützung bei der Risikoanalyse vor Ort durch Spezialisten und Chemiker von DuPont Personal Protection sowie chemische Permeationstests für die bei Ihnen eingesetzten Chemikalien. Die Spezialisten von DuPont schulen auch Ihre Mitarbeiter im sicheren Umgang mit Schutzkleidung und vermitteln Informationen über die Produkteigenschaften, um die Akzeptanz zu fördern.

Die Techline beantwortet technische Fragen zu Schutzkleidung. Zudem pflegen unsere Techniker eine umfangreiche Datenbank mit Daten zu den physikalischen Eigenschaften, chemischen Permeation und Penetration der Materialien unserer Tyvek® und Tychem® Schutzanzüge.