Weltweite Ernährungssicherheit verschlechtert sich zum ersten Mal seit fünf Jahren

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Gründe sind wachsende politische Instablilität, steigende Migration und sinkende öffentliche Investitionen

Oktober 2017 – Aufgrund kontinuierlich sinkender öffentlicher Investitionen in die Landwirtschaft in den hochentwickelten Volkswirtschaften sowie wachsender politischer Instabilität in den meisten Regionen, hat sich der Index im Bereich der Ernährungssicherheit nach vier Jahren fortschreitend positiver Entwicklung nun verschlechtert. Mehr als 60 Prozent der Länder, die im jüngst veröffentlichten Global Food Security Index (GFSI) 2017 vertreten sind, verzeichneten ein sinkendes Ergebnis im vergangenen Jahr.  

Der GFSI 2017 wurde gemeinsam vom Sponsor DuPont und der Intelligence Unit des Economist (EIU), der Forschungs- und Analyse-Abteilung der Economist Group, veröffentlicht. Der GFSI wurde 2012 eingeführt, um die Leistung von 113 Ländern hinsichtlich der Umsetzung von Maßnahmen zur Ernährungssicherheit im Hinblick auf Erschwinglichkeit, Verfügbarkeit sowie Qualität und Sicherheit von Lebensmitteln und Lebensmittelsystemen zu evaluieren. Der GFSI 2017 markiert zudem die Einführung des Faktors Natural Resources & Resilience, der den Einfluss von Risikofaktoren wie Klima und natürliche Ressourcen auf die globale Ernährungssicherheit erfasst. „Wir freuen uns, dass Organisationen und Regierungen den Global Food Security Index weiterhin nutzen, um daraus Entscheidungen abzuleiten, die letztlich dazu führen, dass ein Land sein Ernährungssicherheitsprofil verbessern kann“, betont Krysta Harden, DuPont Vice President of Public Policy and Chief Sustainability Officer. „Die Ergänzung des neuen Einflussfaktors zu natürlichen Ressourcen und Widerstandsfähigkeit unterstreicht unseren Anspruch als führendes Agribusiness-Unternehmen, ein nachhaltiges Ernährungssystem zu unterstützen.“

Ernährungsmonitoring teilweise schwach oder nicht vorhanden

Staatliches Ernährungsmonitoring bietet Regierungen einen Ansatz, Mangelernährung in der Bevölkerung zu beurteilen und anzugehen. Im Rahmen der Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen zur Sicherstellung gesunder Bevölkerungen und der Beseitigung des Hungers in der Welt wurde das Monitoring zu einem zentralen Thema. Regelmäßiges Monitoring durch die Regierung ist insbesondere in Nahost und Nordafrika sowie in Südamerika schwach. Nahezu die Hälfte der mittel- und südamerikanischen Länder im GFSI – einschließlich Boliviens, der Dominikanischen Republik, Haitis and Panamas – haben keine staatlichen Kontrollsysteme für Ernährung.

Steigende Abhängigkeit von chronischen Nahrungsmittelhilfen

Die Abhängigkeit von chronischen Nahrungsmittelhilfen ist seit 2012 im GFSI in 20 Ländern gestiegen. Drei Viertel dieser Länder konnten bei ihrer chronischen Abhängigkeit aufgrund von Dürre und extremen Wetterbedingungen, welche die Produktion beeinträchtigt haben, einen Anstieg beobachten. Insbesondere im östlichen und südlichen Afrika strapazieren Dürren multilaterale und NGO geführte Programme für Nahrungsmittelhilfe.  

Irland löst USA an der Spitze des GFSI ab

Während Deutschland an siebter Stelle des GFSI 2017 steht, hat Irland die USA überholt und steht nun an der Spitze des Index. Gründe hierfür sind die fortgesetzte wirtschaftliche Erholung nach der Bankenkrise in Irland 2008 bis 2010 sowie andauernde hohe öffentliche Investitionen in Forschung und Entwicklung, ein Gebiet auf dem die USA Rückgänge verzeichnen.

Gestiegene Privateinkommen, Investitionen in Forschung und Entwicklung im Bereich Landwirtschaft sowie niedrigere Einfuhrzölle für landwirtschaftliche Erzeugnisse haben das Vereinigte Königreich von Platz 16 in 2012 auf Platz drei katapultiert. Jedoch birgt der Brexit Gefahren für die kontinuierlichen Fortschritte des Landes. EIU prognostiziert, dass die Privateinkommen in 2018 um 6 Prozent fallen werden. Zudem produzierte das Vereinigte Königreich 2016 nur 60 Prozent seiner Lebensmittel und verlässt die Europäische Union zu einem Zeitpunkt, zu dem es mehr als jemals zuvor in den letzten fünf Jahrzehnten auf Nahrungsmittelimporte angewiesen ist[1].

Wachsende politische Instabilität betrifft arme und reiche Staaten

Der Einfluss verstärkter politischer Instabilität und Konflikte wirkt sich auf arme und reiche Staaten gleichermaßen aus, da die steigende Migration die Sozialhilfesysteme der Länder sowie die Reaktionsfähigkeit weltweiter Hilfswerke belastet. Die hohen Migrantenzuströme aus Nahost und Nordafrika in die Europäische Union[2] könnten dazu führen, dass der Nahrungsmittelbedarf ansteigt, was diese derzeit vergleichsweise ernährungssichere und demografisch unbelastete Region wiederum bedrohen würde.

Besuchen Sie http://foodsecurityindex.eiu.com/ und erhalten Sie einen detaillierten Einblick in den diesjährigen GFSI.

Über die Division DowDuPont Agriculture

DowDuPont Agriculture, eine Division von DowDuPont (NYSE: DWDP), vereint die Stärken von DuPont Pioneer, DuPont Crop Protection und Dow AgroSciences. DowDuPont Agriculture bietet der Landwirtschaft weltweit das umfassendste Portfolio der Branche. Dieses Portfolio beruht auf einer robusten Forschungspipeline mit den Schwerpunkten Keimplasma, Biotechnologie und Pflanzenschutz. DowDuPont Agriculture hat sich zum Ziel gesetzt, mit Innovation zur Produktivitätssteigerung der landwirtschaftlichen Erzeuger beizutragen und so eine ausreichende Nahrungsmittelversorgung für die wachsende Weltbevölkerung zu gewährleisten. DowDuPont beabsichtigt, DowDuPont Agriculture als unabhängiges, börsennotiertes Unternehmen abzuspalten. Weitere Informationen finden Sie unter www.dow-dupont.com.

[1] Bloomberg. “U.K.’s Self-Sufficiency in Food Is at Lowest in Decades: Chart”. August 9th 2017. URL: www.bloomberg.com/news/articles/2017-08-09/u-k-s-self-sufficiency-in-food-is-at-lowest-in-decades-chart

[2] European Commission. “At the root of exodus: Food security, conflict and international migration”. June 28th 2017. URL: https://ec.europa.eu/europeaid/root-exodus-food-securityconflict-and-international-migration_en