DuPont kooperiert mit Möbeldesigner Frederic Rätsch bei flexiblem Freischwinger

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Komfort eines Polstermöbelstücks durch den Einsatz von Hochleistungskunststoffen

Für sein Abschlussprojekt „Flexible Sitzplätze im öffentlichen Raum" am Royal College of Art in London erarbeitete Möbeldesigner Frederic Rätsch in Zusammenarbeit mit DuPont ein Designkonzept für flexibles Sitzen im öffentlichen Raum. Dies eröffnete ein neues Kapitel im Design Thinking, das gleichzeitig auch die Grenzen von DuPontTM Crastin PBT® und dem thermoplastischen Elastomer DuPont TM Hytrel® verschiebt.

Komfort, Ästhetik und Robustheit bei Stühlen im öffentlichen Raum scheinen oftmals nicht miteinander vereinbar. Diese Aspekte zu vereinen hatten sich Frederic Rätsch und DuPont zum Ziel gesetzt, als sie im Oktober 2016 das Projekt starteten.

Die Vision war es, bei der Herstellung des Stuhls auf die konventionell genutzten Standardkunststoffe zu verzichten und den ersten flexiblen Freischwinger zu entwickeln, der über einzigartige Eigenschaften beim Sitzen und Stapeln verfügt und dabei ein neues Designkonzept verwirklicht. Der neue Ansatz nutzt die Vorteile von Crastin PBT® und Hytrel®. Das harte Crastin® PBT sorgt für die benötigte strukturelle Festigkeit. Für die Flexibilität kam das thermoplastische Elastomer Hytrel® zum Einsatz, das zudem eine angenehme Haptik der Oberfläche erzeugt. In das Designkonzept flossen Beobachtungen zu Sitzverhalten und Einsatzszenarien sowie Fertigungstechniken ein. Andreas Zöller, DuPont Marketing und Innovation Leader EMEA, betonte: „Es war eine fantastische Reise, unsere Fähigkeiten in der Anwendungsentwicklung in dieses Projekt einzubringen. Das tiefgreifende Verständnis der materiellen Eigenschaften möglichst optimal mit funktionalen und ästhetischen Designkonzepten zusammenzubringen war äußerst spannend und hat uns ermöglicht, die Grenzen in unseren Köpfen zu verschieben."

Der Wunsch einen Freischwinger zu designen – die anspruchsvollste Version eines Stuhls – erlaubt es, herausragendes Design, außerordentlichen Komfort und Bewegung zu kombinieren. Das vorherrschende Thema ist flexibles Sitzen aus unterschiedlichen Blickwinkeln: flexibel in der Bewegung, flexibel im Einsatz und flexibel in der Sitzposition. Bislang wurden lediglich zwei Freischwinger auf dem Markt identifiziert, die aus Kunststoff gefertigt wurden, wobei keiner davon die Flexibilität mitbringt, die man von einem Freischwinger erwartet.

Der Stuhl ist – sowohl innen als auch außen –  für Cafés, Restaurants, Kantinen, Museen, Bibliotheken, Universitäten und andere öffentliche Räume bestimmt. Der Freischwinger wurde mit dem Bewusstsein für das Einsatzszenario, das Material, die Designgeschichte und das Sitzverhalten entwickelt. Frederic Rätsch ist es wichtig, dass Design nicht willkürlich und stilisiert wirkt. Deshalb ist der Stuhl beispielsweise gekennzeichnet durch die Möglichkeit, ihn an einer Tischkante einzuschieben, um den Boden reinigen zu können, durch die Berücksichtigung von Bedürfnissen für agiles Sitzen, durch die eingesetzten Materialien sowie durch den Außeneinsatz. Das erfordert ein Verständnis von den eingesetzten Materialien und den Willen die Grenzen der Kunststoffe auszuloten und zu überwinden. Ein modernes und mutiges Erscheinungsbild wurde kontinuierlich angestrebt, um den Charakter des Stuhls zu unterstreichen. Die Erscheinung ist Frederic Rätsch auch im Hinblick auf das Thema Nachhaltigkeit wichtig, mit dem er sich seit Jahren befasst und das er auch in seiner Masterarbeit thematisiert. Produkte müssen über eine gewisse Haltbarkeit verfügen, hochwertig produziert sein und eine starke Ausstrahlung mitbringen, die es den Nutzern erlaubt, sich mit Ihnen zu identifizieren, um eine langlebige Beziehung aufbauen zu können.

Durch die Verwendung von Hochleistungskunststoffen erreicht der neue Freischwinger den Komfort von Polstermöbeln. Er besitzt einen elastischen Sitz aus Hytrel®, das die Anpassung an den Körper erlaubt.  Optisch gesehen ist er vollkommen flach und fest, überrascht jedoch mit einer weichen und flexiblen Oberfläche. Crastin® PBT ist mit seinen Eigenschaften bei Festigkeit und Steifigkeit ein geeignetes Material, um die Sitzschale zu stützen und dennoch Flexibilität zu gewährleisten. Der Designprozess war bestimmt von einem ständigen Austausch zwischen Computermodell und Prototyp. CAD-Modelle wurden genutzt, um den Prozess aufzuzeichnen, die Festigkeit abzuschätzen sowie die Stapelbarkeit und die Nutzung des Stuhls zu testen. Während die Idee des Designs anhand von Draht- und Pappmodellen definiert werden konnten, ermöglichten nachfolgende Modelle aus Polystyrolschaum oder Sperrholz die grundlegende Bewertung des Sitzkomforts.

In der finalen Phase der Entwicklung wurde im Institut für Kunststoffverarbeitung (IKV) an der RWTH Aachen mithilfe eines 3D-Druckverfahrens ein kompletter Prototyp hergestellt, bei dem Hytrel® für die Sitzschale verwendet wurde, um die beabsichtigte Flexibilität zu repräsentieren. Nicolai Lammert vom Institut sagt dazu: "Das IKV ist glücklich, mit seinem Wissen und seinen umfangreichen 3D-Druck-Kapazitäten in der Fused Filament Fabrication (FFF) zum Erfolg beigetragen zu haben. Mit dieser vielversprechenden Technologie die Herstellung eines kompletten 3D-Druck-Stuhls umzusetzen, war eine Herausforderung, nicht zuletzt aufgrund der Größe des Produkts, der Verwendung eines neuen Materials und der zeitlichen Einschränkungen. Es gab keinen Raum für Produktionswiederholungen, aber glücklicherweise zeigten die neuen Filamente einen geringen Verzug und waren im Druckprozess einfach zu verarbeiten."

Über die Division DowDuPont Specialty Products

DowDuPont Specialty Products, eine Division von DowDuPont (NYSE: DWDP), ist ein globaler Innovationsführer, der mit hoch differenzierten Materialien, Wirkstoffen und Lösungen in Industrie und Alltag neue Zeichen setzt. Als Experten aus verschiedenen wissenschaftlichen Bereichen unterstützen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Kunden dabei, ihre besten Ideen voranzutreiben und reale Produkte und intelligente Lösungen für wichtige Märkte zu liefern – von Elektronik über Transport, Bau, Gesundheit und Wellness sowie Nahrungsmittel und Arbeitssicherheit. DowDuPont beabsichtigt, die Division DowDuPont Specialty Products in ein unabhängiges, börsennotiertes Unternehmen abzuspalten. Weitere Informationen finden Sie unter www.dow-dupont.com.

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